Keine Scheu vor Così fan tutte |
| Verfasst am 14.04.2008 |
„Keine Scheu vor ‚Così fan tutte’“
‚Opera buffa’ und ‚Così fan tutte’ – das klingt alles so fremd, nach schwer verdaulicher Kost. Was bitteschön sucht eine italienische Oper in Zwingenberg, wo sie doch so schwer verständlich ist?
Was viele nicht wissen oder ahnen; genau das Gegenteil ist der Fall.
Übersetzt heißt beides einfach nur ‚Heitere Oper’ und ‚So machen es alle!’ und es wurde komponiert von dem bis heute populärsten Komponisten der Musikgeschichte: Wolfgang Amadeus Mozart. Nach seiner ‚Zauberflöte’ im 25. Jubiläumsjahr der Schlossfestspiele, die sich einer großen Nachfrage vom Publikum erfreute, nun also ein erneutes volkstümliches Stück aus seiner Feder.
Die üppige, komische Oper spielt im achtzehnten Jahrhundert in Neapel, Italien. Gleich zu Anfang behaupten die beiden Offiziere Ferrando und Guglielmo, das ihre beiden Verlobten, die aus Ferrara stammenden Schwestern Dorabella und Fiordiligi, ihnen niemals untreu werden könnten – dass sie treu seien wie Gold. Don Alfonso, ein erfahrener wenn auch zynischer Philosoph, kann darüber nur lachen.
Er behauptet, dass keine Frau dieser Welt ihr ganzes Leben treu sei könne und bietet den Männern zum Beweis eine Wette an. Ferrando und Guglielmo gehen, ganz auf die Liebe ihrer beiden Bräute vertrauend, auf das Angebot ein.
Währenddessen schwärmen die Frauen sich im Garten sitzend gegenseitig von der unendlichen Liebe ihrer jeweiligen Partner vor. Don Alfonso gesellt sich, scheinbar völlig aufgelöst, zu ihnen und berichtet Dorabella und Fiordiligi, dass ihre beiden Liebsten in den Krieg ziehen müssen. In der darauf folgenden Szene besteigen die jungen Offiziere, nun in Kriegskleidung, ein Schiff das besetzt ist mit ebenfalles verkleideten Dorfbewohnern.
Despina, das Hausmädchen und die rechte Hand von Don Alfonso, versucht, Dorabella und Fiordiligi mit Ansichten, Geschichten und ‚weisen’ Ratschlägen über Männertreue – insbesondere bei Soldaten – abzulenken.
Doch schon wenige Zeit später kehren Ferrando und Guglielmo zurück, nun als ausländische Adlige verkleidet, eröffnen ihre Wette und beginnen gleich nach ihrer Ankunft, die Treue ihrer Frauen zu überprüfen und die Braut des jeweils anderen zu umschwärmen. Chaos und Verwirrungen sind vorprogrammiert.
Ernst und Scherz, Wahrheit und Schein, Lug und Trug sind hier auf die Bühne gebracht worden. Mozart und seine Textdichter haben sie mit der ganzen dramatischen und melodischen Kraft ihrer Meisterjahre erfüllt! Um alles bühnenwirksam und belustigend durchzuführen, bedienten sie sich der beliebtesten Mittel komischer Opern: Verwechslung und Verkleidung, des vornehmen, welterfahrenen Philosophen, der lebensgewandten Zofe und den Figuren des Notars und Medikus. Erstanden ist ein farbenprächtiges Werk, über dem der Schleier einer wunderbaren, musikalischen Ironie liegt.
Bei den Schlossfestspielen wird die Oper in deutscher Sprache gesungen, um dem Publikum die unzähligen komischen und auch absurden Situationen sowie die köstlichen Pointen nicht vorzuenthalten.
Mit ‚Così fan tutte’ komplettieren die Schlossfestspiele Zwingenberg den Kreis der dort aufgeführten Mozart-Opern.
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(Sabrina Döbel, 15 Jahre, Schul-Praktikantin bei den Schlossfestspielen, März 2008)

