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Schlossfestspiele Zwingenberg - Festspielchor auf Reisen, 19./20.01.2013

Festspielchor auf Reisen, 19./20.01.2013

Am vergangenen Wochenende war es wieder soweit: bevor in Kürze für die Sängerinnen und Sänger des Chors der Schlossfestspiele Zwingenberg die Vorbereitungen auf die neue Spielzeit beginnen, stand einmal mehr die traditionelle gemeinsame Auszeit auf dem Programm.

Erfurt hieß diesmal das Ziel der zweitägigen Tour, die Vize-Chorsprecher Dieter Müller wieder minuziös und zur ungetrübten Freude aller vorbereitet hatte.

Bereits kurz nach Ende einer jeden Festspielzeit macht Müller sich auf die Suche nach geeigneten Zielen für den gemeinsamen Ausflug, damit er beim alljährlichen Chortreffen im Herbst schon mal Vorfreude bei seinen Sangesfreunden wecken kann. „Ich schaue immer zunächst die Spielpläne aller größeren Häuser in Deutschland nach für uns geeigneten Stücken durch“, erläutert Müller seine Vorgehensweise. Dann peilt er „interessante Orte und Gegenden“ an, die „uns was zu sagen haben, und wo wir sonst weniger hinkommen“.

Diesmal war die Wahl also auf die Landeshauptstadt Thüringens gefallen. So ging es am Samstagmorgen in aller Frühe per Bus in Richtung Nordosten. Schließlich warteten jede Menge neue Eindrücke auf die Reisegruppe. Als erstes Etappenziel wurde dabei die hoch über der Luther- und Bachstadt Eisenach gelegene Wartburg angesteuert. In einer humorvoll und lebendig gestalteten Führung war hier Vieles aus der fast 1000-jährigen Geschichte des seit 1999 zum UNESCO-Kulturerbe gehörenden historischen Gemäuers zu erfahren: vom legendären „Sängerkrieg auf der Wartburg“ war zu hören, dem Richard Wagner in seiner Oper „Tannhäuser“ ein Denkmal gesetzt hat. Von der Landgräfin Elisabeth von Thüringen, die sich durch ihren Dienst an Armen und Kranken im 12. Jahrhundert den Ruf der Heiligkeit erwarb. Und natürlich von Martin Luther, der hier 1521 das Neue Testament der Bibel ins Deutsche übersetzte. Und was hätte es für die passionierten Zwingenberger Festspielsänger Schöneres geben können, als auf dem Podium des Festsaals zu Klängen aus Wagners „Tannhäuser-Sängerkrieg“ für ein Foto zu posieren?

In Erfurt erwartete die Gruppe am Abend der Besuch der Operette „Gräfin Mariza“. Dabei war Dieter Müllers Auswahl auf ein Stück gefallen, das – wenngleich in diesem Jahr „Die Fledermaus“ und „Der Freischütz“ das Geschehen auf der Zwingenberger Schlossbühne bestimmen werden – „sich eventuell in einem anderen Jahr für uns dort anbieten könnte“. Neben leichter Musik mit vielen bekannten Melodien durften die Besucher des Erfurter Theaters bei „Gräfin Mariza“ eine farbenfrohe, witzige Inszenierung mit vielen Glanzlichtern erleben. Und beim gemütlichen Zusammenhock in rustikalem Ambiente kam anschließend auch die Pflege des sprichwörtlichen Zwingenbergfamilien-Feelings ausgiebig zu ihrem Recht.

Ein geführter Stadtrundgang machte die Besucher aus Neckartal und Odenwald am Sonntagmorgen bei Eiseskälte mit den Sehenswürdigkeiten Erfurts bekannt, bevor es nach einem Abstecher in das Fachwerkstädtchen Schmalkalden wieder Richtung Heimat ging.

Wiedersehen werden sich die Festspielchor-Sänger, die überwiegend aus dem Raum Eberbach, Mosbach und Buchen kommen, am Samstag, 16. März, wenn die Chorproben unter der Leitung von Professor Klaus Eisenmann zur Operette „Die Fledermaus“ beginnen. Neue, chorerfahrene Sänger sind hierzu – ebenso wie zur Einstudierung von Webers „Freischütz“ mit späterem Probenbeginn – herzlich eingeladen. Nähere Informationen gibt es bei Chorsprecherin Heiderose Wieder E-Mail

Barbara Nolten-Casado
22. Januar 2013

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