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Schlossfestspiele Zwingenberg - Und gib uns immer Frieden (Mannheimer Morgen, 08.08.2013)

Und gib uns immer Frieden (Mannheimer Morgen, 08.08.2013)

Und gib uns immer Frieden (Mannheimer Morgen, 08.08.2013)

Rezitierte stimmungsvoll aus dem "Freischütz": Intendant Karsten Huschke. © Strein

Ein Ort der vielen Möglichkeiten. Zwingenberg, hoch über dem Neckar, lädt dazu ein, Terrassen mit freiem Blick oder verwunschene Innenhöfe zu bespielen, die Schlosskapelle mit spirituellen Liedern zu erfühlen oder sich mit leicht frechen Songs in einem Paradiesgärtchen zu erfreuen. Mit "Chansons und Lieder der Nacht" generierten die Macher eine tragfähigen und für sich einnehmenden künstlerischen Abend, der das Publikum überraschte, weil fern der üblichen Festspiel-Regularien eine intime, ja streckenweise zauberische Atmosphäre entstand.

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"Lieder der Nacht" müssen nicht dunkel oder geheimnisvoll sein, vielmehr entlockten die Romantiker den gar nicht so dunklen Stunden zärtliche Empfindungen ab. Die kostete die Sopranistin Annett Arnold, in Zwingenberg als Agathe im "Freischütz" besetzt, mit ihrer zart aufblühenden Stimme aus, wenn Lieder von Schubert und Schumann - klar, mit der himmlisch-schwerelos gesungenen "Mondnacht" - sowie von Strauss und Mozart sehr innig aus. Dass das auf der oberen Terrasse E-Piano blechern klingt, war ein Schönheitsfehler.

Sommerliche Frische

Intendant Karsten Huschke an den Tasten führte dann Ute Ellenberger, kurz zuvor noch als Ida in der "Fledermaus" aktiv, im Nutzgarten leicht frivoler Chansons sicher durch die Titel von Franz Grothe, Peter Kreuder, Oscar Strauß, Paul Abraham und Gerhard Winkler. Da konnte sich manch einer nicht des Schmunzelns erwehren, wenn "Für eine Nacht voller Seligkeit" das Letzte an Tugend hingegeben oder hinterfragt wird, warum denn dieser Napoleon so mächtig Schlag hatte bei den Frauen. Da wären wir doch alle gerne dabei. Ute Ellenberger garnierte die Songs mit der angemessenen Prise Koketterie und stimmlicher Frische.

Der Parcours führte die schlendernden Besucher in einen verwunschenen Innenhof, wo Karsten Huschke die "Freischütz"-Erzählung von Johann August Apel rezitiert. Bei dem heißt der Jägerbursche nicht Max, sondern Wilhelm, und die liebreizende Agathe ist ein Käthchen. Das ginge ja noch an, aber bei dieser 1811 veröffentlichten Gespenstergeschichte des Juristen Apel wird Käthchen noch Opfer einer Kugel, die sie mitten in die Stirn trifft. Exitus. Bei Carl Maria von Weber aber darf das Mädel weiterleben und feiert besonders bei den Festspielen in Zwingenberg jahraus, jahrein fröhliche Auferstehung. Das Heitere verträgt auch den Ernst.

Die letzte Station führt in die Schlosskapelle, wo Tenor Alexander Yagudin, ein vertontes, israelisches Freitagsgebet singt. Die introvertierten und dadurch intensiveren Gesänge stammen von Paul Frankenburger. Der Komponist, Pianist und Kapellmeister verlor 1931 in Augsburg seinen Posten und emigrierte 1933 nach Israel. Dort nannte er sich Paul ben-Haim, und vor allem seine geistlichen Kompositionen genießen hohes Ansehen. Wer Alexander Yagudin mit "Gib uns immer Frieden" gehört hat, weiß warum. Das erste Engagement wird den begabten Sänger nach Augsburg führen.

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 08.08.2013

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