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Schlossfestspiele Zwingenberg - Roos′ Vorstellungen von den Schlossfestspielen Zwingenberg (RNZ, 30.01.2014)

Roos′ Vorstellungen von den Schlossfestspielen Zwingenberg (RNZ, 30.01.2014)

14-01-31 roos-vorstellungAb 2015 zeichnet der Dirigent und Pianist Rainer Roos künstlerisch verantwortlich für die Schlossfestspiele Zwingenberg

Mosbach/Zwingenberg. "Ideen ohne Ende" und "bestimmte Vorstellungen" hat er. Ganz konkret benennen wollte/durfte der künftige Intendant der Zwingenberger Schlossfestspiele, Rainer Roos, sie aber noch nicht. Zu einem Pressegespräch hatte Landrat Dr. Achim Brötel geladen, um den neuen Mann zu präsentieren. Er tat das mit erkennbarer Freude und im Beisein des amtierenden Intendanten Karsten Huschke sowie der beiden Geschäftsführerinnen der Schlossfestspiele, Heike Brock und Ilka Metzger. Nachdem Huschke seine eigentlich 2013 beendete Intendanz verlängert hatte, weil sein Nachfolger Guido Baehr erst gar nicht antrat, hatte sich der Vorstand der Festspiele laut seinem ersten Vorsitzenden Brötel eine "Atempause bei der Suche nach einem Nachfolger verordnet."

Die Atempause wurde genutzt, um die Stelle des künstlerischen Leiters erstmals in der 31-jährigen Geschichte der Festspiele auszuschreiben. Mit der "riesigen Resonanz von 75 Bewerbungen" hatte der Vorstand des Trägervereins nicht gerechnet. Der Landrat sieht das als Bestätigung, dass Zwingenberg einen überregional hervorragenden Ruf habe trotz eines sehr bescheidenen Gesamtbudgets (zwischen 250.000 und 300.000 Euro). "Verdienen kann man bei uns fast nix", schmunzelte er im Landratsamt mit Blick auf den Wunschkandidaten Roos. Der gibt denn auch andere Gründe für seine Zusage an.

Da ist zum einen die Nähe Zwingenbergs zum Lebensmittelpunkt des "Wunschkandidaten" (Ostfildern) und zum anderen die gute zeitliche Entsprechung der Festspiele Anfang August zu Roos' Arbeit als Chefdirigent der Original Wiener Strauss Capelle, die schwerpunktmäßig in den Winter falle. "Mein Traum, im musiktheatralischen Rahmen gestalten und agieren zu können", nannte der gebürtige Stuttgarter einen weiteren wichtigen Grund. Zur inhaltlichen Konzeption verriet er soviel, dass er anstrebe, an zwei Großproduktionen festzuhalten. Mit "100 Prozent Auslastung" nimmt er sich Großes vor. Der Besucherzuspruch, das hatte Dr. Brötel aufgezeigt, habe sich in den vergangenen fünf Jahren bei einem wetterbedingten Ausreißer im Jahr 2011 kontinuierlich gesteigert auf zuletzt 75,6 Prozent.

Der Zwingenberger Dauerbrenner "Freischütz" - in 24 von 31 Jahren war er im Programm - gehört auch für Roos dazu; vielleicht im Zweijahres-Rhythmus. Da die Oper von Carl Maria von Weber heuer pausiert, würde Roos im nächsten Jahr damit seinen Einstand geben - und selbst dirigieren. Was der 44-Jährige auch schon für die zweite Großproduktion ankündigte. Im "leichteren Fach" Operette oder Musical denkt er daran, jüngere Musicals - "jenseits der 60er-Jahre" - aufzunehmen, "Evita" oder "Jesus Christ Superstar" zum Beispiel. Fürs Opernfach hingegen möchte er eine "etwas in Verruf geratene Tradition" wiederbeleben: das Singen in deutscher Sprache. "Damit hätten wir außerdem ein Alleinstellungsmerkmal."

Das Stammensemble ist ihm "Gold wert". Doch möchte Rainer Roos auch namhafte Künstler etwa aus Wien gewinnen sowie jungen Sängerinnen und Sängern ein Podium bieten. "Mit Geld können wir ja niemanden locken." Dass er gleichzeitig viel verlange, verhehlte der Dirigent nicht. So müssten ausgebildete Opernsänger auch willens sein, im Musical zu glänzen. "Das System entwickelt sich zum Crossover-Denken." Karsten Huschke findet diesen Ansatz seines Nachfolgers "toll".

Für das Rahmenprogramm will der Neue auf die Fähigkeiten der jeweiligen vorhandenen Akteure setzen und dabei alle Altersklassen mit dem Repertoire ansprechen, über die Grenzen des Neckar-Odenwald-Kreises hinweg, und dafür verstärkt medial werben. Familien und Kindern gilt sein besonderes Augenmerk - mit Programmkonzerten, Mitmach-Theater, Zirkus und Varieté. Ob es allerdings gelingen wird, den Termin hierfür etwas nach vorn zu verschieben, vor die Sommerferien, das bleibt noch offen. Denn die Darsteller können im Zwingenberger Schloss erst auftreten, wenn in ihrem Stammensemble die Theaterpause beginnt.

Von Ursula Brinkmann - RNZ Ausgabe vom 30.01.2014

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Darsteller sammeln für Kinderhospiz

Es war eine spontane Idee, die aber für eine satte Finanzspritze für den Ambulanten Kinderhospizdienst Neckar-Odenwald-Kreis sorgte. Die Darsteller des Musicals „Artus - Excalibur“ bei den diesjährigen Schlossfestspielen Zwingenberg entschieden sich vor der Premiere, auf die traditionellen Geschenke, die innerhalb eines Ensembles ausgetauscht werden, zu verzichten und das Geld zu spenden.

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